Im Wall Street Journal gibt es eine faszinierende Geschichte zu lesen über Googles Versagen, ihr “Don’t be evil” Prinzip einzuhalten.
Es geht um verschreibungspflichtige Medikamente, die in den USA nicht online verkauft und beworben werden dürfen, aber von kanadischen und anderen ausländischen Online-Apotheken auch in die USA verschickt werden.
Ähnlich wie sie es auch im Kampf gegen Drogenkartelle und in anderen Fällen von organisierter Kriminalität macht, holte die amerikanische Regierung den verurteilten Hochstapler David Whitaker aus dem Gefängnis und setzte ihn als Lockvogel gegenüber Google ein.

Der baute daraufhin entsprechende Webseiten zum Verkauf der illegalen Medikamente und brachte Google-Sales-Mitarbeiter dazu, diese bewerben zu dürfen.
Allerdings scheint es kein Versagen auf der Ebene kleiner Sales-Manager zu sein: Laut den Ermittlungen der Amerikaner soll sogar der Mitgründer und aktueller CEO von Google Larry Page von den Geschäften mit illegalen Medikamenten gewusst haben.
Google hat 500 Mio. US$ als Strafe an die US-Regierung bezahlt um weiterer Strafverfolgung zu entgehen.
Auch ein vermeintlich “nicht böses” Google muss sich an Gesetze halten
Es wird also Zeit, dass Google sich der Realität stellt: Auf berechtigte Kritik zu den vielen Datenschutzproblematiken, die in ihrem Geschäft stecken, gab es bisher immer nur eine ziemlich naive Reaktion. Keine Sorge, “wir sind ja nicht böse”. Nicht zuletzt Ex-CEO Eric Schmidt trieb das Prinzip auf die Spitze: “If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.”
Unternehmen stehen aus gutem Grund nicht über oder neben den Gesetzen der Staaten in denen sie aktiv sind und Google scheint ganz langsam dabei zu sein, das zu lernen.














[...] Unternehmen aller Coleur eint das Grundbedürfnis eines guten Google-Rankings. Aber die Maxime “Don’t be Evil” nimmt dem Konzern schon seit geraumer Zeit kaum noch jemand so richtig [...]