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Geschichte des Web Design: Als Bilder noch ASCII hießen und aus Buchstaben bestanden

Von textbasierten Webseiten zur alles verändernden Erfindung des Smartphones waren es zeitgeschichtlich nur ein paar Sekunden. Eine Infografik über die Entwicklung.

© crimson | Fotolia.com

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Nicht zuletzt, weil sich das Internet zum Marketingtool und Distributionskanal mit unglaublichem Potential entwickelt hat, das die moderne Welt revolutionieren konnte, nehmen wir den 25. Geburtstag der Webseite zum Anlass, die Geschichte des Web Designs einmal Revue passieren zu lassen. Man kann es sich kaum mehr vorstellen, aber das Internet war vor einem Vierteljahrhundert noch kein sehr ansehnlicher Ort. Die einzig vorstellbaren Bilder kamen nicht als JPEG, sondern im ASCII-Gewand daher und auch das Web Design steckte noch in den Kinderschuhen, so dass im Internet noch gar kein Platz für aufwendigere Programmierungen als einfachste HTML-Codierungen gegeben war. Jedoch schritt und schreitet die Entwicklung rasant voran und brachte uns im Laufe der Zeit echte Augenöffner sowie innovativste Ideen. Die heutige Vielfalt an Programmiersprachen lässt sich nicht einmal mehr an zehn Fingern abzählen und so gibt es auch unzählige Designs.

Die Anfänge

Anfangs war weder design- noch programmiertechnisch viel los auf Webseiten. 1990 wurde HTML entwickelt und ein Jahr darauf ging die erste Homepage online. Der erste Browser trug den Namen Nexus und unterstützte ganze 16 Farben sowie textbasierte Webseiten bei einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Mit der Einführung von Mosaic, einem weiterentwickelten Browser, konnten ab 1993 auch endlich Bilder und Text gleichzeitig unterstützt werden. Als der innovative Netscape Navigator auf den Markt kam, war das der Browser schlechthin, der seiner Zeit überdies auch noch weit voraus war: Aufgrund eines verhältnismäßig schnellen Seitenaufbaus wurden viele Homepages mit dem Zertifikat “Best if viewed in Netscape” versehen.

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Die Mitte der Neunziger – ein Paukenschlag nach dem anderen

Mittlerweile können 256 Farben auf 800 x 600 Pixeln dargestellt werden, die ersten 3D-artigen Buttons, simple Schriftarten und erste Werbeanzeigen erhalten Zugang ins Netz. Letztere muss dabei möglichst grell und blinkend sein, um dem Nutzer ins Auge zu fallen. Wer weiß, ob das nicht zu großen Teilen zur Stigmatisierung von Bannern beigetragen hat: Wären die User nicht ganz so augenfällig und forsch an das neue Werbeformat herangeführt worden, wäre die Conversion Rate heute vielleicht kein Sorgenkind. 1994 bis 1996 war für die damalige Zeit die Hochzeit der Internetbrowser: Opera, Internet Explorer 1 und 2 und eine Neuauflage des Netscape Navigators buhlen gemeinsam um die User. Nachdem es erst den Anschein macht, als würde Netscape den Sieg nach Hause bringen können, wartet der Explorer mit nie da gewesenen Funktionen auf, denen man sich schlecht entziehen konnte, sofern man etwas auf sich hielt. Erstmals können Multimedia, Java und Add-Ons wie Internet Mail unterstützt werden, womit sich der Explorer für lange Zeit die Pole Position unter den Browsern holen kann.

Weiterhin werden verschiedene Programmiersprachen entwickelt, unter anderem PHP, Ruby und Shockwave. Javascript wird direkt in den Netscape Navigator integiert. 1996 wird Flash der Allgemeinheit vorgestellt und ist seither nicht mehr wegzudenken. Mit der Entwicklung von CSS können endlich neue Designs dargestellt werden. Inzwischen verfügt 1 Prozent der Weltpopulation über einen Internetzugang.

Auf ins neue Jahrtausend

Zwar dominiert eine Auflösung von 800 x 600 Pixeln nach wie vor, im Jahre 2000 allerdings nutzen schon 25 Prozent der User eine höhere Auflösung von 1024 x 768 Pixeln. Navigation und Menü von Webseiten kommt eine stärkere Bedeutung zu. Auch das Design wird allmählich feiner, obwohl weiterhin eine Dominanz von Primärfarben erkennbar bleibt. Auf dem Browsermarkt ist es derzeit recht still, so dass sich außer zwei neuen Internet Explorern (1999 und 2001) nicht viel tut. Es wird mit weniger Texten und mehr Mini Pages gearbeitet.

Y2K – Willkommen in der Digitalisierung

Die digitale Revolution klopft an, die Ereignisse überschlagen sich in den frühen Jahren des jungen Jahrtausends. Bei den ganzen technischen Entwicklungen gibt es kaum mehr ein Hinterherkommen. Kaum dass ein neues Produkt auf den Markt kommt, ist es auch beinah schon veraltet. Lesbarkeit und Funktionalität gewinnen an Bedeutung, während extra Eingangsseiten für jetzt funktionierende Flashanimationen angelegt werden. Interessant an diesen Flash-Eingangseiten war ihre vollständige Sinnbefreiung. Neue Möglichkeiten müssen aber ausgeschöpft werden und so kommt es, dass das Internet voll ist mit Flashanimationen – die nicht nur kompliziert zu programmieren sind, sondern auch häufig Darstellungsprobleme aufgrund langer Ladezeiten haben und sich ohnehin sehr fehleranfällig geben. Mobile Geräte, die kurz nach Beginn der Zweitausender Jahre bereits Internetseiten öffnen können, lässt die Flashanimation regelmäßig am Seitenaufbau scheitern. 2003 wird WordPress veröffentlicht, woraufhin ein neuer Berufszweig namens “Blogging” entsteht. Auch die inzwischen schon wieder nahezu in Vergessenheit geratene Webseite Myspace sowie die nicht in Vergessenheit geratene Seite Facebook werden in diesem Jahr gelauncht. Ein weiteres Jahr später kam die erste Firefox-Version auf den Markt. Noch ein Jahr später kam Youtube, das ein Jahr nach seinem Erscheinen 2006 direkt von Google gekauft wurde.

Höher, Weiter, Besser

Die Hochzeit des Skeuomorphismus. Webseiten in Spiralbindung mit Linien oder Kästchen unterlegt simulieren einen Notizblock und lehnen sich damit an die Realität. Zum Glück, muss man beinah sagen, ist diese Designvariation längst out. Auch mittelmäßige Stock Fotos erfreuen sich höchster Beliebtheit. 2007 kommt das erste Smartphone, das iPhone von Apple auf den Markt – und ändert damit alles. Zu dieser Zeit wird ebenfalls der erste mobile Browser, Safari, gelauncht. 2008 bringt Google den Chrome Webbrowser heraus, der heute der meistgenutzte Browser weltweit ist. Drei Viertel aller User nutzen 2010 bereits eine hohe Auflösung von 1024 x 768 Pixel.

2010 bis heute

Die vorherigen Entwicklungen deuteten bereits auf eine immer größere Beschleunigung hin. Während Webdesigns sich zu Beginn noch etwas länger aktuell halten konnten, hat man heute die Wahl zwischen unzähligen Designs, während die Trends sich weiterhin fröhlich entwickeln und dem Design kaum Zeit zum Einleben lassen. Neben Animated GIFs, die es schon sehr lange im Internet aushalten und sich selbst auch ständig weiterentwickeln, gibt es Responsive Design, Adaptive Design, das aktuell sehr angesagte Parallax sowie Flat Design, Infinite Scrolling und viele mehr. 2011 existieren eine Milliarde Webseiten und unzählig viele Designs.

Weiterführende Details zur Geschichte des Web Design findet ihr auf der Infografik von AmeriCommerce.

Die Infografik öffnet sich mit einem Klick auf die Preview:

Web-Design-History-AmeriCommerce_small

Quelle: Hubspot Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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