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Facebook: „Read later“ kommt

„Read later“: Neue Facebook-Funktion steht in den Startlöchern. Was das ist und wie Online-Marketer profitieren können.

Facebook Logo

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Das ist „Read later“

Kurz gesagt: Du findest irgendwo einen interessanten Artikel, hast aber gerade keine Zeit, dich damit auseinanderzusetzen. Du drückst auf „read it later“ (oder auch „save for later“ o.ä.), der Artikel wird auf einer Liste abgespeichert und kannst dich später in Ruhe damit beschäftigen.

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Doch warum soll das für Facebook relevant sein? Mark Zuckerberg, so wird er bei Mashable zitiert, hat das von ihm gegründete soziale Netzwerk selbst einmal als „personalized newspaper“ bezeichnet. Das Problem trotz aller Personalisierung: Wer hat schon bei 800 Freunden überhaupt eine Chance, alles das zu lesen, was er interessant findet, wenn er es jetzt gerade in der Bahn sitzt – aber die Artikel in einer Viertelstunde schon längst wieder in den ewigen Jagdgründen des Newsfeed verschwunden sind?

Aktueller Entwicklungsstand

Genau hier möchte Facebook ansetzen und es in Zukunft möglich machen, Posts auch „für später vorzumerken“. Laut Mashable befindet sich das entsprechende Feature aktuell noch immer im Test. Denn bereits 2012 tauchte eine derartige Funktion auf der Facebook-App für iPhone und iPad auf, an der wohl aktuell noch weiter gefeilt wird. So experimentieren die Macher aktuell wohl mit einer Gesten- und einer Button-basierten Variante, um das Lesezeichen zu setzen.

Komplett neu ist die Funktion übrigens nicht: Auch andere Apps und sogar Safari bieten ähnliche Funktionen an, nennen das Kind jedoch anders, z.B. „Reading List“. Neu aber ist (mal wieder) der soziale Faktor. So könnte es sein, dass Facebook Read it later soweit ausbaut, dass es einer Art sozialen ToDo-Liste entspricht.

Chancen für Online-Marketer

Kennt ihr diese zahlreichen Studien zu Facebook, wer wann was und wie am besten veröffentlichen sollte? Mit „Read it later“ könnte Teile davon demnächst der Vergangenheit angehören. Für die Social Media Manager unter uns wird sich daraus ergeben, dass vielleicht nicht mehr nur ein Bild und fünf Worte viel Aufmerksamkeit erregen – sondern auch ein umfangreicherer Text ordentlich Engagement erzielt.

Bild zeigt Social Media Nutzung in Deutschland 2012

Social Media Nutzung – Quelle: BITKOM / Aris 2012

Weiterhin wird die Funktion auch die optimale Zeit für Posts verwässern – steht hinter einem Post zum Beispiel viel Aufwand für den Nutzer (langes Lesen etc.), wäre dieser vermutlich am besten am frühen Abend platziert – wenn die Nutzer auf dem Sofa liegen. Mit „Read it later“ kann der Post auch im Feierabendverkehr platziert werden und wird eben später erst gelesen (dazu: Teenager im Social Web effektiv erreichen).

Als Drittes und Letztes wird sich zunächst ein Vorteil für Facebook ergeben: Die Kenntnis über das Leseverhalten der Nutzer. Sicherlich wird man als Online-Marketer auf diese Kenntnisse auch schon bald darauf in Form von verbessertem Targeting zurückgreifen können. Als Buchhändler zum Beispiel!

Welche Chancen seht ihr für eure tägliche Arbeit? Glaubt ihr, dass „Read later“ das Nutzerverhalten nachhaltig verändern wird?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe berichtet für OnlineMarketing.de über aktuelle Entwicklungen der Branche mit Fokus auf Webanalyse, SEO und Datenschutz. Parallel zu seinem Studium zum Master of Science in E-Commerce an der FH Wedel ist er im Bereich E-Mail Marketing Consulting tätig.

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