Big Data

13 Dinge, die Unternehmen über dich wissen – und von denen du keine Ahnung hast

Massendaten haben sich nie großer Beliebtheit erfreut, doch haben die User das Sammeln hingenommen und profitieren auch durch personalisiertere Werbung. Von diesen 13 Fakten habt ihr aber sicher noch nicht gewusst.

© Flickr / The Man-Machine, CC0 1.0

© Flickr / The Man-Machine, CC0 1.0

Big Data ist ein starkes Wort. Als der Begriff aufkam, ging ein Aufschrei durch die Massen. Man fürchtete den Verlust der Privatsphäre durch die Internetnutzung und formierte sich, um der Datensammelwut der New Economy entegegenzuwirken. Letzen Endes können wir das Aufbäumen einiger Verschwörungstheoretiker unter harmlosem Aktionismus verbuchen und die Gesellschaft hat sich weitestgehend protestlos damit abgefunden, dass Unternehmen Daten sammeln und ziemlich viel über jeden Einzelnen wissen.

Vermutlich ringt uns das Wissen darüber, dass unsere liebsten Webseiten Google und Facebook jeden unserer Schritte verfolgen, inzwischen lediglich ein müdes Lächeln ab. Im Grunde können wir uns ja auch darüber freuen, dass wir Werbung ausgespielt bekommen, die zum Teil wirklich nützlich ist. Facebook hat das Targeting nahezu perfektioniert und zeigt uns mitunter Produkte an, von denen wir bis dato nicht wussten, dass wir sie gesucht haben. Big Data weiß aber noch sehr viel mehr über uns, als wir bisher angenommen haben. Was genau das beinhaltet, hat Bernard Marr in Form einer Liste nun auf Forbes veröffentlicht.

Anzeige:

Big Data führt zu detaillierten Nutzerprofilen

1. Google kennt deine Suchhistorie ganz genau. Bing, Yahoo und all die anderen Search Engines wissen aber auch Bescheid. Und du kannst dich nicht verstecken: Deinem Internetanbieter sind alle jemals besuchten Seiten bekannt. Alle. Da hilft auch kein privates Browsen.

2. Du glaubst, du konntest bisher wenigstens dein Geschlecht und dein Alter vor Google geheimhalten? Wrong. Die Search Engine hat ein ziemlich genaues Profil über dich angelegt und kennt sogar deine Interessen, um dir passende Werbung auszuspielen. Auch Facebook kennt deine Interessen sehr genau und spielt dir auf dieser Grundlage Werbung aus. Ist das problematisch? Nicht zwangsläufig: Demografie- und interessenbasierte Werbung ist, beim richtigen Targeting, eine sinnvolle Sache. Insofern du keinen Adblocker einsetzt.

3. Du bist dir unsicher, ob deine Beziehung noch das Wahre ist? Facebook nicht. Das soziale Netzwerk kann anhand deiner Statusupdates und Aktivitäten ablesen, ob bei euch die Luft raus ist.

4. Google kennt deine vergangenen Reiseziele, insbesondere, wenn du ein Android Smartphone besitzt. Aber auch iPhone User sind von der Verfolgung nicht gefeit. Du kannst den Standortverlauf aber auch deaktivieren.

5. Auch die Polizei ist, zumindest im Vereinigten Königreich und den USA, dazu in der Lage, ein detailliertes Bewegungsprofil über dich zu erstellen. Die allgegenwärtige Videoüberwachung befähigt die Behörde dazu, dein Nummernschild zu scannen als auch den Fahrer zu fotografieren.

6. Zu schnell gefahren? Hat keiner gemerkt? Dein iPhone ganz sicher.
Das Aufsetzen eines neuen Applegerätes ist eine nervige Angelegenheit, die man schnell hinter sich gebracht haben will. Deshalb klickst du vermutlich auch bei den Nutzungsbedingungen einfach auf „Ja, einverstanden“ und „Weiter“, ohne sie gelesen zu haben. Aus diesem Grunde weißt du auch nicht, dass Apple die Geschwindigkeit kennt, mit der du unterwegs warst:

Screenshot von © Huffington Post

Screenshot von © Huffington Post

7. Google weiß auch, wo du wohnst und arbeitest. Seit dem Androidbetriebssystem Jelly Bean 4.1 kann Google eins und eins zusammenzählen: Du hältst dich am Tag mehrere Stunden an einem anderen Ort auf, als dort, wo du nachts zu finden bist. Schon nach ein paar Tagen kann Google die Orte deinem Arbeitsplatz und deiner Wohnung zuordnen.

8. Das Netz weiß, wo die Fotos aufgenommen wurden, die wir online stellen, auch ohne dass wir den Ort taggen. In den Metadaten findet sich nämlich die Geo Location.

9. Mit der Kundenkarte zwei Prozent Rabatt bei jedem Einkauf absahnen? Nicht nur, dass der Effekt ein homöopathischer ist, auch nutzen die Supermärkte deine Einkaufsgewohnheiten für personalisierte Werbung.

10. Du glaubst, dass das, was du Siri oder Cortana fragst, unter euch bleibt? Falsch. Die beiden können nichts für sich behalten und teilen Google und Apple alles mit.

11. Deine Autoversicherung kann nachvollziehen, wann du dich wo aufhältst und auch dein Fahrverhalten ist für sie kein Geheimnis. Wenn du Pech hast, wirst du nur aufgrund der Tageszeit und deines Bremsverhaltens hochgestuft.

12. Facebook kann ein ziemlich genaues Psychogramm über dich erstellen und auf Grundlage deiner gelikten Seiten und Beiträge einschätzen, wie psychisch stabil, intelligent oder zufrieden du bist.

13. Deine Apps verlangen Zugriff auf viele private Daten. Und keine Daten – keine App. So einfach ist das. Auf Androidgeräten wirst du zumindest noch auf die verlangten Zugriffe hingewiesen, die von Zeit zu Zeit schon ein paar Magenschmerzen verursachen dürften. Bei Apple gibt es diese Hinweise nicht. So verlangt Angry Birds etwa Zugriff auf deine Kontakte und einige Apps benötigen „zwingend“ Zugang zum Mikrofon.

Das sind nur ein paar Beispiele der Einblicke, die Unternehmen und Behörden mithilfe von Big Data in unser Leben erlangen – wo sich der eine oder andere verunsichert fühlt, bekommt die Werbebranche feuchte Augen. Daten sind heutzutage schließlich der Rohstoff des Marketings und Grundlage für zielgenaue Werbung.

Quelle: Forbes

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

3 Gedanken zu „13 Dinge, die Unternehmen über dich wissen – und von denen du keine Ahnung hast

  1. Ralf

    Schöne kleine Übersicht. Und wenn mal wieder ein Kunde zu mir sagt: „Ich will Google Analytics nicht, weil Google sonst alles weiß“, dann schicke ich einfach diesen Beitrag ;-)

    Viele Grüße
    Ralf

    Antworten
  2. Marco Uras

    Na und? Ist doch praktisch um nicht zu sagen geil. Immerhin profitiert man davon. Um dieses digitale Gedächtnis bin ich sogar dankbar.

    Antworten
    1. Anton PriebeAnton Priebe

      Hallo Marco,

      dann sage ich mal danke für deine Einstellung im Namen des Marketings ;-)

      Grüße

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *