SEO - Suchmaschinenoptimierung

Auf ein Neues: 6 hartnäckige SEO-Mythen

Der Jahresanfang eignet sich immer bestens dafür, Unliebsames zu verabschieden. In der SEO-Branche gehören einige Mythen endlich beiseite geräumt.

© efks - Fotolia.com

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Angesichts der massiven Updates in der letzten Jahreshälfte 2014 und diverser Bad Vibes im Januar hat sich im Bereich Suchmaschinenoptimierung einiges angestaut. Kristine Schachinger macht auf Search Engine Watch ihrem Ärger Luft und setzt sich mit fünf haltlosen SEO-Mythen auseinander. Wir haben ihre sehr lesenswerten Einwände für euch zusammengefasst und ergänzt.

Sechs immer wiederkehrende SEO-Mythen

  1. SEO ist nur Schall und Rauch

Wenn man sich in die Perspektive von Außenstehenden hineinversetzt, ist es zunächst schon einleuchtend, dass die SEO-Welt erst einmal mysteriös erscheint. Erst einmal können einen die zahlreichen Fachbegriffe schnell irritieren. Das ist allerdings in jedem spezialisierten Bereich so. Vielleicht liegt die Unsicherheit auch daran, dass Suchmaschinenoptimierung ja im besten Falle etwas „Unsichtbares“ ist.

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Am besten bekommt der User davon nichts mit und erfreut sich einfach an leicht auffindbaren und bestens funktionierenden Websites. Jeder Kunde ist ja oft nicht zuletzt auch normaler User ohne besondere Vorkenntnisse. Daher müssen die SEO-Basics immer wieder neu vermittelt werden. Dass Google aus seinem Algorithmus ein Geheimnis macht und dies wiederum selbsternannte Gurus auf den Plan ruft, ist in dieser Hinsicht nicht förderlich. Dies macht aber weiter nichts, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert und wissbegierig bleibt.

Wer aber behauptet, SEO würde keine Erfolge bringen, hat vermutlich einfach noch keine oder schlechte Erfahrungen gemacht. Gegen die angebliche Undurchdringlichkeit spricht auch hier das Verhalten, das man im Vorfeld an den Tag legen sollte. Vor allem hat man es eben mit einem Algorithmus zu tun, hier spielen Berechnungen, Testläufe und andere weitere kontrollierte Maßnahmen eine entscheidende Rolle – Alchemie stellt man sich doch anders vor.

Es ist letztlich eine ganz normale Branche wie viele andere auch. Man sollte sich erkundigen und Referenzen anschauen. Persönliche Empfehlungen sind wie immer besonders wertvoll, um nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch wichtige Alarmsignale. Offizielle Zertifikate für den Bereich SEO von Google existieren nicht, diese gibt es nur für AdWords. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) vergibt aber ein SEO-Qualitätszertifikat an Agenturen, das ein guter Indikator für seriöse Arbeit ist.

  1. SEO gibt es zum Sparpreis

Diese Vorstellung ist eng mit dem ersten Punkt verknüpft. Da SEO ja angeblich ein Mysterium darstellt, geht es dem zweiten Vorurteil zufolge also nur darum, ein paar Einstellungen und Formulierungen zu ändern und auf ein paar Backlinks zu hoffen. Nur könnte man nicht weiter danebenliegen. Suchmaschinenoptimierung basiert ja nicht auf Instinkt oder Bauchgefühl. Um ernsthaft SEO zu betreiben, ist sehr viel Arbeit nötig.

Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen erfordern die häufigen Änderungen die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung. Bei einer komplexen Thematik wie SEO lässt sich dies nicht in Windeseile erledigen. Hinzu kommt, dass dieser Umstand noch durch den ganzheitlichen Charakter der Suchmaschinenoptimierung intensiviert wird. Auch wenn freilich niemand Experte für alle Aspekte sein kann: Das Verständnis des komplexen Zusammenspiels von Faktoren wie Content-Qualität, Usability und Linkbuilding auf dem neuesten Stand ist eine Sache für Experten. Und diese Fachleute haben zu Recht ihren Preis.

  1. Audits erledigen sich von selbst

Wären Audits eine schnelle Sache, dann würden im Grunde auch die vorherigen Einwände gegen falsche Vorstellungen nicht greifen. An einem sorgfältigen Audit führt bei Optimierung einer bestehenden Website absolut kein Weg vorbei. Nur das genaue Erkennen von Schwachstellen kann Gefahren vorbeugen. Das muss nicht unbedingt eine Google Penalty sein, könnte es aber bedeuten. Schludrigkeit ist daher wirklich äußerst riskant.  Außerdem müssen diese Maßnahmen regelmäßig durchgeführt werden, um angesichts der sich oft wandelnden Bestimmungen auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Obwohl ein Audit an sich schon aufwendig ist, hat er auch weitere Implikationen, die über SEO im engeren Sinne hinausgehen. Für einen gewissenhaften Suchmaschinenoptimierer gehört es dazu, auch zu vermerken, wie die Vermarktung verbessert werden kann. Dieser Punkt spricht übrigens auch für die Zusammenarbeit von SEO-Agenturen mit „klassischen“ Online-Marketing-Agenturen. Alle Gründe für Traffic sind relevant. Wenn sich herausstellt, dass die Videos auf der Seite gut laufen, warum dann nicht einen eigenen YouTube-Kanal anlegen? Auch hier ist es das große Ganze, das zählt.

  1. Eine gute Website reicht vollkommen

Wer behauptet, dass Linkbuilding schädlich sei, hat schlicht und einfach die entsprechenden dubiosen Techniken des Black Hat SEO mit seriöser Linkakquise in einen Topf geworfen. Zwischen sauberer Linkakquise und einer Linkfarm  besteht ein riesiger Unterschied. Und das bedeutet natürlich auch nicht, dass etwa Content an Bedeutung verlöre. Es hängt alles eng zusammen. Content und Linkbuilding sind ja keine Alternativen, sondern greifen im Idealfall in einer holistischen Strategie perfekt ineinander. Kluges Content Seeding führt zu guten Links.

Darüber hinaus ist diese Ansicht noch aus einem weiteren Grund alarmierend. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass jemand alle anderen SEO-Prinzipien verinnerlicht hat und nur Linkbuilding falsch einschätzt. Man kann die Ganzheitlichkeit von SEO gar nicht oft genug betonen. Vermutlich weist dann die entsprechende Seite auch hinsichtlich der Struktur, sprich: internen Verlinkung, deutliche Defizite auf. In diesem Bereich ist das Ganze aber noch weitaus prekärer. Suchmaschinenoptimierung ist nichts, was man nachher schnell „einbauen“ könnte, gerade was die Usability angeht.

  1. Positionen sind kein Faktor

In Zeiten von Geolocation und lokaler Suche sollte man wohlgemerkt von der Position und nicht von PageRank sprechen, den letzteren gibt es nämlich in der klassischen Form nicht mehr. Wie dem auch sei, unbestritten ist doch, dass die Behauptung, die konkrete Position in den SERPs sei nicht entscheidend, keinen Sinn ergibt.

Viele User verlassen sich auf die Ergebnisse der ersten Seite und schauen oft nicht weiter. Die zweite Seite kommt jetzt nicht einer absoluten Katastrophe gleich, aber von da ist es auch nicht allzu weit von Seite drei. Was man zudem nicht vergessen sollte: Gerade bei der mobilen Suche sind die User noch ungeduldiger, was die Relevanz guter Positionen noch einmal potenziert. Nicht nur deshalb muss man die Faktoren, die für Traffic sorgen, immer genau im Blick haben, um frühzeitig reagieren zu können.

  1. Der Klassiker: Die Tage von SEO sind gezählt

Es gibt wohl kein SEO-Gerücht, das man so oft zu hören bekommt. Totgesagte leben bekanntlich länger, das trifft hier ebenfalls zu. Dabei ist die Sache doch im Grunde sehr simpel. Nichts spricht dafür, dass sich an der Bedeutung von Google in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Solange der Algorithmus darüber entscheidet, was die Internetuser zu sehen bekommen, ist SEO von essentieller Bedeutung für jede Website, die erfolgreich sein soll. Wer etwas anderes behauptet, hat leider nicht verstanden, wie das Rennen funktioniert.

Oft wird ja bei dieser falschen Vorstellung Googles Orientierung an den Vorlieben der User vergessen. Wenn der Suchmaschinenvorreiter seinen Algorithmus nicht ständig an ihren Vorlieben und aktuelle Trends (z.B. Mobile und das Interesse an lokaler Suche) anpassen würde, dann wäre theoretisch auch SEO in Gefahr. Nur ist ja eben das exakte Gegenteil der Fall. Gerade der Erfolg und die Anpassungsfähigkeit von Google garantieren auch SEO ein langes Leben.

Ein Verzicht darauf kommt einem großen Verlust an Traffic und Sichtbarkeit im Web gleich. Die bekannten Optimierungstechniken bieten beeindruckende Möglichkeiten und führen zu Reichweiten, von denen man in internetlosen Zeiten nur träumen konnte. Man muss die Chancen aber auch nutzen.

Quelle: Search Engine Watch

Über Jonas Reinartz

Jonas Reinartz

Jonas Reinartz ist als Trainee bei der Agentur Park7 als Trainee im Bereich Redaktion / Content Marketing tätig. Seit seinem Studium schreibt er für verschiedene Onlineportale.

3 Gedanken zu „Auf ein Neues: 6 hartnäckige SEO-Mythen

  1. Jonas ReinartzJonas Reinartz Artikelautor

    Vielen Dank für die positiven Reaktionen! Lieber Tim, ein Audit ist generell eine Art Inventar bzw. Bestandsaufnahme inklusive Analyse. Man listet alles auf, was vorhanden ist und bewertet es. Damit hat man dann eine Grundlage für alles, was danach kommt. Es kommt dabei eben vor allem auf die qualitative Bewertung an. So kann man zum Beispiel dabei sehen, dass bestimmter Content gut funktioniert (aus den verschiedensten Gründen), während anderer nicht wie gewünscht performt und daraus Schlüsse ziehen.

    Viele Grüße,

    Jonas

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